Pool auswintern ohne Wasserwechsel: Geht das wirklich? (2023)

Pool auswintern ohne Wasserwechsel

Mit den ersten angenehm wärmenden Sonnenstrahlen auf der Haut, kommt auch die Lust das Schwimmbecken sommerfit zu machen. Um Zeit zu sparen, hast du eine Idee: Pool auswintern ohne Wasserwechsel. Aber ist das möglich? Und wenn ja: wie geht man dabei vor? Das alles erfährst du jetzt!

So toll ein eigener Pool auch ist, im Frühling und Herbst bedeutet er vor allem eines: viel Arbeit. Zuerst bereitet man ihn mühsam auf den Winter vor. Er wird größtenteils geleert, mit Chemikalien versehen, von oben bis unten geputzt und dann mit einer Plane abgedeckt.

Weil man es im Frühling allerdings kaum erwarten kann, den Garten endlich bereit für den Sommer zu machen, wäre es doch toll, wenn man Zeit sparen könnte.

Vor allem das Neubefüllen und neuerliche Reinigen des Schwimmbeckens zählt zu den aufwändigen Arbeiten. Aber kann man sich das nicht einfach sparen? Kann man seinen Pool auswintern, ohne einen Wasserwechsel vorzunehmen?

Das sehen wir uns heute näher an.

Kann man den Pool auswintern, ohne einen Wasserwechsel zu machen?

Auf diese Frage gibt es keine eindeutige Antwort. In der Regel ist es möglich, Wasser aus der vorherigen Saison wiederzuverwenden, aber dieses Wasser muss aufbereitet und gefiltert werden, bevor es wieder verwendet werden kann. Außerdem muss regelmäßig frisches Wasser nachgefüllt werden.

Wasser ist aus finanzieller und ökologischer Hinsicht wertvoll, man sollte sparsam damit umgehen. Trotzdem empfehlen die meisten Poolhersteller einen Wasserwechsel nach dem Winter.

Der Hauptgrund dafür ist, dass abgestandenes Wasser viel mehr Poolchemie benötigt, um den pH-Wert und andere Aspekte zu regulieren. Frisches Wasser hingegen hat eine gute Ausgangsbasis zur Einstellung des pH- und Chlorwerts.

Abhängig davon, wie gut du das Wasser im Herbst auf den Frühling vorbereitet hast, kann es sein, dass du es noch mal nutzen kannst.

Haben sich Algen gebildet, ist das Wasser stark verschmutzt oder riecht übel, dann muss es gewechselt werden!

Wichtig: Vorbereitungen im Herbst treffen

Wenn du das Wasser im Frühling erneut nutzen möchtest, musst du im Herbst zwei Vorkehrungen treffen:

  • Pool lichtdicht abdecken
  • auf Wintermittel verzichten

Wo Licht ist und Wasser steht, da wachsen Algen. Deshalb brauchst du unbedingt eine sehr gute Poolfolie. Sie muss einerseits verhindern, dass Regenwasser und Schnee in den Pool gelangen. Andererseits muss sie verhindern, dass Licht in den Pool und ans Wasser kommt.

Wenn du auf ein Wintermittel verzichtet hast, ist es nicht nötig, das Wasser auszuwechseln. Hast du im Herbst allerdings Winter- oder Frostmittel ins Wasser getan, dann musst du es unbedingt tauschen. Diese Chemikalien sind sehr aggressiv und können der Haut schaden.

Hast du das Wintermittel also weggelassen, dann kannst du das Wasser erneut verwenden, ohne es abzulassen. Das neue Wasser kommt dann einfach zum bestehenden hinzu.

Wie das genau geht und worauf du dabei achten musst, das kannst du hier nachlesen.

Wenn du den pH- und Chlor-Wert im Herbst richtig einstellst und den Pool lichtundurchlässig abdeckst, brauchst du kein Wintermittel zu verwenden und kannst das Wasser weiter verwenden.

So kannst du den Pool auswintern, ohne einen Wasserwechsel vorzunehmen

Wenn du das Poolwasser aus dem Herbst im Frühling noch mal verwenden möchtest, musst du in sieben Schritten vorgehen. Führe jeden mit Bedacht aus, um sicherzugehen, dass die Wasserwerte stimmen.

  1. Wasser reinigen
  2. Wasser auffüllen
  3. pH-Wert kontrollieren
  4. Chlorwert anpassen
  5. Alkalität überprüfen
  6. Stoßchlorung machen
  7. Filteranlage laufen lassen

Wasser reinigen

Du hast den Pool über den Winter bestimmt abgedeckt, oder? Das ist zwingend nötig, wenn du das Wasser noch mal nutzen möchtest.

Falls sich beim Abdecken des Pools sichtbare Blätter oder anderer Unrat im Wasser gesammelt hat, entfernst du ihn mit einem Poolsauger oder lässt den Roboter erst mal eine Runde durch das Wasser fahren.

Wenn sich eine sichtbare Wasserlinie auf der Folie gebildet hat, kannst du sie mit einem Schmutzradierer reinigen. Er funktioniert besser als alle Chemikalien, die ich bis jetzt genutzt habe.

Wasser auffüllen

Bist du mit dem Ergebnis zufrieden, kannst du neues Wasser auffüllen. Fülle es so weit, dass es bis auf Höhe des Skimmers kommt. Also so, wie es im Sommer auch sein soll.

Wichtig: pH-Wert kontrollieren

Jetzt musst du den pH-Wert des Wassers kontrollieren. Nur so kannst du sicher sein, dass das Wasser nicht kippt oder dass sich Algen bilden.

Dafür gibt es spezielle Testkits, mit denen du pH-Wert, Chlorgehalt und mehr überprüfen kannst.

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Der perfekte pH-Wert im Swimmingpool liegt zwischen 7,0 und 7,4.

Kontrolliere den pH-Wert des Wassers in dieser Woche jeden Tag. Aufgefülltes Frischwasser hat oft noch keinen stabilen Wert, es muss gegebenenfalls noch mal nachgebessert werden.

Nutze für das Einstellen des Wertes Teststreifen. Damit kannst du erkennen, ob der Wert zu hoch oder zu niedrig ist. Dafür gibt es pH Wert Senker und pH Wert Heber.

Fällt der pH-Wert unter 7,4 kann es zu Kalkausfällungen im Wasser, Hautirritationen und zum Verlust der Wirkung des Desinfektionsmittels kommen.

Chlorgehalt überprüfen

Neben dem pH-Wert spielt auch Chlor eine entscheidende Rolle für die Haltbarkeit deines Wassers. Der optimale Chlorgehalt im Pool liegt zwischen 0,3 und 0,6 mg Chlor pro Liter Wasser. Dieser Wert bezieht sich auf das freie, nicht gebundene Chor, das noch nicht durch Bakterienbekämpfung „verbraucht“ ist und noch desinfektionsfähig ist.

Wenn des draußen längere Zeit sehr warm ist, kann es sich lohnen den Chlorgehalt auf 1,2 mg pro Liter Wasser zu erhöhen.

Gebundenes Chlor ist bereits verbraucht und hat mögliche Schadstoffe beseitigt. Dieser Wert sollte 0,2 mg pro Liter nicht überschreiten.

Die genauen Angaben für den Chlorgehalt findest du auf der Verpackung des Chlormittels.

Alkalität überprüfen

Hast du Schwierigkeiten, nach der Überwinterung deines Pools einen pH-Wert zwischen 7,0 und 7,4 zu halten? Unstimmige pH-Werte sind wahrscheinlich auf einen falschen Alkalinitätswert zurückzuführen. Die Alkalinität (TA-Wert) ist ein Maß für die Fähigkeit des Wassers, Säuren zu neutralisieren.

Der TA-Wert sollte zwischen 80 und 120 ppm liegen.

Steigt der Wert über 120 ppm, können sich Kalkausfällungen im Wasser bilden. Das Poolwasser wird milchig trüb.

Stoßchlorung machen

Auch wenn die Kombination aus altem und frischem Wasser auf den ersten Blick sauber wirkt, kann es sein, dass die Folie am Rand sehr glitschig ist.

Das ist aber noch kein Grund, das gesamte Wasser auszuwechseln, denn mit einer Stoßchlorung kannst du dieses Problem in den Griff bekommen und zukünftige Algenbildung vermeiden.

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So gehst du dabei vor:

  • Wirf einen Blick auf die Anleitung. Du findest sie auf der Verpackung. Hier steht, wie viel Chlor du auf wie viel Wasser geben musst.
  • Verdünne das Chlor mit warmem Wasser und verteile es im Pool. Alternativ gibt es schnell lösliche Chlortabs
  • Schalte die Filteranlage ein und lass sie laufen
  • Nach etwa 24 Stunden ist die Stoßchlorung abgeschlossen. Du kannst die Filteranlage jetzt abschalten.

Halte einen erhöhten Chlorwert im Wasser so lange, bis die Wände nicht mehr glitschig sind. Bis das so weit ist, sollte die Filteranlage durchlaufen. Zusätzlich lohnt es sich, den Poolroboter täglich seine Runden ziehen zu lassen.

Gut zu wissen: Die meisten Schockchlorungen sind nach 24 bis 48 Stunden abgeschlossen.

Falls die Wände noch immer glitschig sind, kann es sinnvoll sein, den Poolroboter eine Extra-Schicht fahren zu lassen oder zusätzlich mit einer Teleskopstangen-Poolbürste für Boden und Wand nachzuhelfen.

Filteranlage laufen lassen

Erfahrungen zeigen, dass eine vernünftige Filteranlage, der wichtigste Baustein der Wasserpflege ist. Lasse die Anlage jetzt durchgehend laufen und habe ein Auge auf den Filterdruck, gegebenenfalls musst du öfter rückspülen.

Jetzt misst du noch mal den Chlorgehalt und den pH-Wert im Poolwasser. Wenn beides stimmt, dann steht dem Badespaß nichts mehr im Weg.

Wann kann ich den Pool auswintern?

Im Frühjahr gibt es oft einige Tage lang Regen. Wenn er gerade bevorsteht oder es aktuell regnet, dann solltest du noch ein paar Tage warten. Regenwasser sorgt dafür, dass der pH-Wert des Poolwassers neu eingestellt werden muss und dass auch sonst viele Werte aus dem Gleichgewicht geraten.

Die meisten wintern den Pool zwischen März und April aus – abhängig von der Wetterlage und den persönlichen Vorlieben.

Achte darauf, dass die Außentemperatur etwa bei 20° Celsius liegt und die Wassertemperatur bei 12° Celsius. Wenn dir die Temperaturen noch nicht zusagen oder du noch nicht baden möchtest, dann kannst du natürlich auch noch länger warten.

Möchtest du den Pool auswintern ohne Wasserwechsel vorzunehmen, dann solltest du allerdings bald ins Handeln kommen. Denn du weißt ohne einen Wassertest nicht, ob der pH- und Chlorwert unter der Folie stimmen. Sind diese Werte nicht richtig eingestellt, können sich Algen bilden und das Wasser kann schlecht werden.

Unser Fazit

Kann man einen Pool nach dem Winter ohne Wasserwechsel in Betrieb nehmen? Die Antwortet lautet: Ja, aber man muss im Herbst die passenden Vorkehrungen treffen.

Die Überwinterung deines Schwimmbeckens ohne Wasserwechsel ist also durchaus möglich, erfordert aber eine sorgfältige Vorbereitung und die Überwachung der chemischen Werte, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden.

Um sicherzugehen, dass dein Pool für den Sommerspaß bereit ist, solltest du immer den Chlor-, Alkalinitäts- und pH-Wert testen, bevor du baden gehst. Wenn du diese Schritte befolgst, wirst du die ganze Saison über im kühlen Nass genießen können! Viel Glück!

PS: Im Zweifel hol dir Rat bei einem Poolexperten in deiner Nähe!